Kanzlei Kotte
Rechtsanwältin

Herforder Straße 261
33609 Bielefeld

Telefon: 0521-329 823 0
Telefax: 0521-329 823 23

E-Mail: info@kanzleikotte.de

Publikationen im Focus Online

Arbeitsrecht Bielefeld

Verkehrsrecht Bielefeld – Ersatzansprüche

Ausgleich des Fahrzeugschadens und Sachverständigenkosten

Zunächst ist der Schaden an Ihrem Fahrzeug ersatzfähig. Ist Ihr Fahrzeug noch fahrtüchtig, sollten Sie feststellen lassen, wie hoch der Schaden ist, also mit welchen Reparaturkosten zu rechnen ist. Bei kleineren Schäden genügt es, wenn Sie eine Werkstatt aufsuchen und sich von dort einen Reparaturkostenvoranschlag erstellen lassen, der auch Aufschluss über die Dauer der Reparaturzeit gibt.

Zwar können Sie auch einen Sachverständigen mit der Ermittlung der Schadenshöhe beauftragen, dessen Kosten werden jedoch bei Bagatellschäden (laut Rechtsprechung rund 700,00 € Schadenshöhe) von der gegnerischen Versicherung fast nie anerkannt. Im Allgemeinen werden Sachverständigenkosten nur ersetzt, wenn sie zur Ermittlung von Art und Ausmaß des Schadens erforderlich waren. Wie Sie sehen, ist dies recht schwammig formuliert. Im Einzelfall ist daher entscheidend, ob die Erforderlichkeit bestand, oder ob nicht ein einfacher Reparaturkostenvoranschlag genügt hat.

 

Hinweis:
Da Sie den Sachverständigen beauftragt haben, haften Sie auch für dessen Kosten zunächst selbst und das ist nicht billig! Werden die Kosten dann nicht von der Gegnerhaftpflicht ersetzt, bleiben Sie darauf sitzen.

Um dem vorzubeugen, empfiehlt sich die Möglichkeit, nach der Schadensanmeldung mit der Gegnerhaftpflicht zu besprechen, ob überhaupt ein Sachverständiger eingeschaltet werden soll. Wenn von dort mitgeteilt wird, dass zur Ermittlung der Schadenshöhe auch ein Kostenvoranschlag genügt, verzichten Sie besser auf die Einschaltung eines Sachverständigen.

Bitte beachten Sie, dass Sie eine Schadensminderungspflicht haben. Wenn Sie unnötig Kosten zur Schadensfeststellung verursachen, verstoßen Sie gegen diese Pflicht und müssen sich dies ersatzmindernd zurechnen lassen.

Nutzungsausfallentschädigung

Eine sogenannte Nutzungsausfallentschädigung erhalten Sie für die Dauer, in der Ihnen Ihr Fahrzeug unfallbedingt nicht zur Verfügung steht. Diese wird nach Tagen bemessen und der Tageswert richtet sich nach Tabellen, die nach Fahrzeugtypen, Größe und Alter unterteilt sind. Ist Ihr Fahrzeug älter als 5 Jahre, wird die Einteilung in einer niedrigeren Klasse vorgenommen. Bei Fahrzeugen, die älter als 10 Jahre sind, wird meist um zwei Klassen heruntergestuft, teilweise aber auch gar kein Nutzungsausfall mehr anerkannt und nur noch die Vorhaltekosten, wie Versicherungskosten bzw. Steuern anerkannt.

Während der Dauer der Reparatur oder während der Dauer bis zur Ersatzbeschaffung eines anderen Fahrzeugs bei Totalschäden haben Sie also für jeden Tag Anspruch darauf, den Ausfall der Nutzung Ihres Fahrzeugs ersetzt zu bekommen.

 

Hinweis:
Die Nutzungsausfallentschädigung wird nicht gleichzeitig mit Mietwagenkosten ersetzt. Sie haben nur das Wahlrecht zwischen diesen beiden Ersatzpositionen.

Bei gewerblichen Fahrzeugen muss der Nutzungsausfallschaden konkret nachgewiesen werden. Hier muss die Gewinneinbuße infolge des Ausfalls des Fahrzeugs ermittelt und umfassend vorgetragen werden.

Mietwagenkosten

Statt der Nutzungsausfallentschädigung sind auch konkrete Mietwagenkosten ersatzfähiger Schaden. Beachten Sie aber, dass von den Mietwagenkosten in der Regel bis zu 15 % wegen ersparter Eigenkosten selbst zu tragen sind. Besonders wenn eine Teilschuld in Betracht kommt, werden die Mietwagenkosten nicht in voller Höhe ersetzt. Auch wenn die Gegnerversicherung die Höhe der Mietwagenkosten nicht anerkennt, müssen Sie zunächst dafür in Vorleistung gehen. Das heißt, Sie haben erstmal Kosten verursacht, auf denen Sie möglicherweise sitzen bleiben. Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich, dann besser die abstrakte Nutzungsausfallentschädigung geltend zu machen. Dann haben Sie kein wirtschaftliches Risiko.

Die gegnerischen Haftpflichtversicherungen diskutieren auch gern an der Höhe der Mietwagenkosten herum. Achten Sie auf den Mietwagentarif, den Sie sich aussuchen. Aufgrund Ihrer Schadensminderungspflicht sind Sie verpflichtet, Mietwagenpreise zu vergleichen und die richtige Mietwagenklasse auszusuchen. Sie können nicht einfach ein großes, teures Fahrzeug anmieten, wenn Ihr eigenes Fahrzeug nur ein kleiner Stadtflitzer ist. Die Kosten müssen wirtschaftlich, zweckmäßig und notwendig sein.

Wertminderung

Durch den Schaden an Ihrem Fahrzeug wird dieses immer den Makel eines Unfallwagens haben. Dadurch ist es bei einem Verkauf auch weniger wert. Um diesen Mangelwert zu kompensieren, können Sie die sogenannte Wertminderung ebenfalls bei der Versicherung geltend machen.

Allerdings ist die Bestimmung der Höhe dieser Wertminderung schwierig und wird meist durch den Sachverständigen im Rahmen seines Gutachtens gemacht. Meist wird auch nur dann ein Ersatz durch die Versicherung erfolgen.

In diesen Fällen wird jedoch keine Wertminderung gezahlt:

  • Laufleistung des Fahrzeugs mehr als 100.000 km,
  • Fahrzeug älter als 5 Jahre,
  • bei einfachen Schäden an Außenteile und Anbauteilen.

Erwerbsausfallschaden

Wenn Sie infolge des Unfalls so schwer verletzt werden, dass Sie vorübergehend oder dauerhaft erwerbsunfähig werden, muss die Versicherung des Unfallgegners auch alle Schäden ausgleichen, die den Verlust des Arbeitsplatzes und der Erwerbsmöglichkeit bedeuten. dazu gehört beispielsweise auch entgangener Überstundenlohn, weil Sie nicht arbeiten konnten.

Muss Ihr Arbeitgeber, weil sie krank geschrieben werden, Ihnen Ihr 6-wöchiges Entgelt weiterhin fortzahlen, so wie es das Entgeltfortzahlungsgesetz vorsieht, geht der Schadensersatzanspruch sogar auf Ihren Arbeitgeber über.

Abschlepp- und Bergungskosten

Wenn Ihr Fahrzeug infolge des Unfalls nicht mehr fahrtüchtig ist, muss es abgeschleppt werden. Grundsätzlich sind auch die Kosten für Abschleppen und Bergung als Schadenspositionen ersatzfähig.

Aber auch hier trifft Sie eine Schadensminderungspflicht. Ein Abschleppen bis zur nächsten Vertragswerkstatt wird üblicherweise übernommen. Soll ein Transport zur eigenen Werkstatt am Heimatort erfolgen, wird dies meist nicht von der Versicherung ersetzt. Hier muss dann je nach Einzelfall argumentiert werden und die Erforderlichkeit begründet werden.

Ist Ihr Fahrzeug nicht mehr reparierbar, liegt also ein Totalschaden vor, sind nur die Kosten für den Transport in die nächste Autoverwertung ersatzfähig.

Unfallnebenkosten

Auch für die Kosten, die Ihnen durch Organisation, Telefonate, Wege und Fahrten und Anderes zur Abwicklung des Unfall entstehen, kann Ersatz geltend gemacht werden. Üblicherweise wird hierbei ein pauschaler Betrag zwischen 20,00 € - 25,00 € angesetzt und von den Versicherung auch übernommen.

Arztkosten und Behandlungskosten

Auch die Arztkosten und Behandlungskosten zählen zu den ersatzfähigen Schadenspositionen. dazu gehören nicht nur Kosten, die Ihnen selbst entstehen, wie Zuzahlungen für Medikamente, sondern auch die Kosten, die Ihre Krankenkasse zunächst erstmal für die Behandlung übernimmt. Der Schadensersatzanspruch wird nach SGB auf Ihre Krankenkasse übergehen, so dass diese eigens die Behandlungskosten bei der gegnerischen Versicherung geltend machen wird.

Wundern Sie sich daher nicht, wenn Ihre Krankenkasse Sie um nähere Informationen bittet und Ihnen einen Unfallbogen zukommen lässt. Sie müssen diese Angaben machen. Wir können Ihnen dabei auch gern behilflich sein.

Verkehrsrecht Bielefeld - Schmerzensgeld

Wenn Sie bei einem Unfall verletzt worden sind, können Sie zum Ausgleich Ihrer erlittenen Schmerzen und Beeinträchtigungen einen Ersatz in Form des sogenannten Schmerzensgeldes geltend machen. Hierfür gibt es keine festgelegten Preise.

Das Schmerzensgeld wird immer anhand bereits bestehender Urteile zu ähnlichen Verletzungen bemessen, die in Schmerzensgeldtabellen zusammengefasst sind. Für die Bemessung müssen nicht nur die Art der Verletzung, sondern auch die Dauer der Schmerzen, deren Intensität und die damit verbundenen Einschränkungen, die Dauer der Behandlung, die Dauer der Arbeitsunfähigkeit und auch die verordneten medizinischen Maßnahmen und Medikamente in Betracht gezogen werden.

Sofern die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist und die Verletzung nicht sicher ohne Folgen ausgeheilt ist, sollte keine abschließende Schmerzensgeldzahlung von der Versicherung akzeptiert werden, sonst können bei Spätfolgen nie wieder Ansprüche geltend gemacht werden.

Zum Nachweis der Verletzung und zu den Einzelheiten der Behandlungsdauer muss zwingend ein ärztliches Attest vorgelegt werden. Wenn Sie Hilfe bei der Durchsetzung von Schmerzensgeldansprüchen benötigen, können Sie sich jederzeit an die Rechtsanwältin der Kanzlei Kotte in Bielefeld – Rechtsanwältin Kotte – wenden.

Allgemeines Schadenspositionen

Zu guter Letzt können Sie alle materiellen, bisher noch nicht erwähnten, Schäden geltend machen, so weit sie diese belegen können.

Sind beispielsweise Kleidungsstücke oder andere Habseligkeiten bei dem Unfall beschädigt worden, kann auch dafür Ersatz verlangt werden. Hier müssen Sie sich jedoch den sogenannten „Abzug neu für alt“ gegen sich geltend lassen, d.h. es wird nur berechnet und ausgeglichen, was die Sache zum Unfallzeitpunkt noch für einen Wert hatte. Dazu ist es nahezu unumgänglich, den ursprünglichen Neuwert der Sache zu belegen, was häufig schwierig ist, wenn kein Kaufbeleg mehr vorhanden ist.